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English/Deutsch:

Some thoughts about seriousness:

I am writing here only my opinion, without claim to completeness and the grandeur of infallibility. Nevertheless, I think it is very important to address the topic and say my opinion. The respectability of photographers and clients cannot be defined so easily. But it is the basis for the reputation of a whole profession as well as a necessary basis of trust between models and photographers.

With some questions I would like to approach the topic. Is it dubious if the model has to undress? Is it always serious if he / she works dressed? Does age make a difference in this context?

Nakedness has nothing to do with seriousness at all. As a nude photographer, I know that the subject of nudes is as old as art itself. And even for the Catholic Church it was not immoral to allow such representation in churches. You just need to visit some of the greatest churches in Italy. But inhibition is also a big problem in the business sector. Changing-rooms are rarely available behind the stage. Often, the models do not even have the time or even the opportunity, because the garments are too complicated to wear. They often have to be helped with changing clothes, at the same time they are styled, etc. Whoever has a problem with getting nude does not get very far in this business. Not seldom, the worn garments are very sexy and not always enough to cover “every part” of the body. And before the order is is given and you have accepted, the big labels and clients won’t tell the models what exactly to wear. The model normally knows the coarse categories, e.g. Fashion, swimwear, lingerie, winter fashion, summer fashion, ..., wedding dresses etc. More the model does not know. No label or client wants a leak and let the competitors know something about their current work.

And just because you're dressed, not everything is serious. Of course, a fashion shoot can also be a trap. Or a camera could be hidden in the locker room! Therefore being dressed is not a criterion for seriousness at all.

And the age group is really not an issue. Age has to do with the Youth Protection Act. The law tries to protect children and young people from exploitation in many ways. But exploitation has a lot to do with the photographer's intention and approach. If it was only about the nakedness, nude pictures of young people under 18 could not be made for any medical textbook or even for artistic usage as the works of Anne Geddes! Anne Geddes would also have to be arrested.

On the subject of nude photography, I have already written a lot under heading "Photography / nude". If you are interested, you can read my point of view.

On the subject of bikini and lingerie you can approach an answer: Such pictures are needed for the fashion world. But they are also used in other advertising areas or in film and television. Even artists in the nude field resort to such garments when the pose of the model requires it (for example, not to become pornographic). However, the question is allowed: what wants an amateur photographer with many pictures of girls in bikini and underwear.

Therefore it is not generally to be recommended or denied whether you should make a bikini, lingerie or nude shoot or not: Seriousness and reputability is not a question, whether the model is (barely) nude or not. Seriousness has nothing to do with the equipment or studio of the photographer. The equipment or studio can be bought / rented and have absolutely nothing to mean about the intentions of the photographer. Some of the world's greatest photographers, such as Bresson, have taken the most of their greatest works with an old SLR camera and a simple lens. It's also NOT a question of having a make-up artist on the set. Furthermore, in no case proves a fancy website anything! The only important question is the intention of the photographer and whether he / she is a truly trained / studied photographer or just calls himself photographer. Is he an amateur with or without training? You should know that theoretically, someone who regularly sells images from the sports club to the weekly newspaper may call himself a professional. Because professional only states whether he works commercially as a photographer and not if he is “a trained” / studied photographer. If a hobby photographer (someone who does not earn his money with photography or studied photography) is honest and works with the model without violating her dignity and rights, you can call him a reputable photographer. Therefore, being dubious / untrustworthy has a lot to do with lacking of honesty, fairness and transparency of work.

My main hint remains: You should have nude, part-nude, bikini and lingerie shoots only made by trained / studied photographers. NEVER with amateur photographers. Unless you know him personally well. Please consider, the worst pictures are made by current partners and the most leaked nude pictures are also leaked by ex-partners. If you are going to do it, do it with a professional photographer.

Deutsche Fassung:

Ein paar Worte zum Thema Seriosität:

Ich schreibe hier nur meine Meinung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und die Erhabenheit von Unfehlbarkeit. Dennoch halte ich es für sehr wichtig, das Thema anzusprechen und meine Meinung festzuhalten. Denn die Seriosität von Fotografen und Auftraggebern lässt sich nicht so leicht definieren. Sie ist aber die Grundlage für die Reputation eines ganzen Berufsstandes sowie eine notwendige Vertrauensbasis zwischen Modelen und Fotografen.

Mit einigen Fragen möchte ich mich dem Thema nähern. Ist es unseriös, wenn das Model sich ausziehen muss? Ist es immer seriös, wenn sie/er angezogen arbeitet? Macht das Alter in diesem Zusammenhang einen Unterschied?

Nacktheit hat mit Seriosität überhaupt nichts zu tun. Als Akt-Fotograf weiß ich, dass das Thema Akt genauso alt ist, wie die Kunst selbst. Und selbst der katholischen Kirche war es nicht unmoralisch solche Darstellung in Kirchen zuzulassen. Aber auch im Business-Bereich ist Gehemmtheit ein großes Problem. Hinter der Bühne stehen selten Umkleidekabinen zur Verfügung. Oft haben die Modele nicht einmal die Zeit oder alleine die Möglichkeit dazu, da die Kleidungsstücke zu kompliziert zum Anziehen sind. Sie müssen nicht selten beim Umkleiden unterstützt werden, gleichzeitig werden sie gestylt etc. Wer da ein Problem mit der eigenen Nacktheit hat, kommt nicht weit. Nicht selten sind die getragenen Kleidungsstücke sehr sexy und nicht immer den Körper ausreichend zudeckend. Und vor der Auftragsannahme werden die großen Labels und Auftraggeber den Teufel tun und den Modelen sagen, was genau zu tragen ist. Das Model weiß im Normalfall die groben Kategorien, wie z.B. Fashion, Bademode, Dessous, Wintermode, Sommermode, …, Hochzeitskleider etc. Mehr weiß das Model nicht. Kein Label oder Auftraggeber möchte frühzeitig die Konkurrenz von der eigenen Linie etwas erfahren lassen.

Und nur weil man angezogen ist, ist nicht alles seriös. Ein Fashion Shooting kann natürlich auch eine Falle sein. Oder in der Umkleidekabine wurde eine Kamera versteckt! Angezogen sein, ist also auch kein Kriterium für Seriosität.

Und die Altersstufe ist wahrlich kein Thema. Das Alter hat mit dem Jugendschutzgesetz zu tun. Das Gesetz versucht Kinder- und Jugendliche vor Ausbeutung in vieler Hinsicht zu schützen. Ausbeutung hat aber viel mit der Intention und Vorgehensweise des Fotografen zu tun. Ginge es nur um die Nacktheit, dürfte für kein medizinisches Fachbuch ein Bild von unter 18 Jährigen gemacht werden, bzw. müssten die Bücher wie Verschreibungspflichtige Medikamente verkauft werden! Anne Geddes würde dann ebenfalls verhaftet werden müssen.

Zum Thema Akt habe ich unter „Fotografie/Akt“ schon Einiges geschrieben. Bei Interesse kann man ja da nochmal meinen Standpunkt nachlesen.

Anhand der Thematik Bikini und Dessous kann man sich einer Antwort nähern: Solche Bilder werden für die Modewelt benötigt. Aber auch im sonstigen Werbebereich oder im Film- und Fernsehen werden sie eingesetzt. Selbst bei Künstlern im Akt-Bereich greift man auf solche Kleidungsstücke zurück, wenn das Thema oder die Pose des Models es erfordern (z.B., um nicht pornografisch zu werden). Jedoch ist die Frage erlaubt, was ein Amateur mit so vielen Bildern von Mädels in Bikini und Unterwäsche machen will, der mit allen Modelen solche Bilder produziert.

Es ist also nicht grundsätzlich zu befürworten oder zu verneinen, ob man ein Bikini-, Dessous- oder Akt-Shooting machen soll oder nicht: Seriosität ist keine Frage, ob man noch etwas an hat oder nicht. Seriosität hat auch nicht mit der Ausrüstung zu tun. Die ist käuflich und hat absolut nichts zu sagen. Einige der größten Fotografen der Welt, wie z.B. Bresson, haben die schönsten Aufnahmen mit einer alten Spiegelreflexkamera und ein Objektiv gemacht. Es ist ebenfalls keine Frage, ob jemand einen Visagisten am Set hat. Und auf keinen Fall beweist ein Internetauftritt irgendetwas! Die Frage ist, wofür der Fotograf die Bilder macht, ob er/sie wirklich ausgebildeter/studierter Fotograf ist oder sich nur so nennt. Ist er ein Amateur mit oder ohne Ausbildung? Theoretisch kann jemand, der regelmäßig Bilder vom Sportverein an die Wochenzeitung verkauft, sich als Profi bezeichnen. Denn Profi besagt nur, ob er gewerblich als Fotograf tätig ist und nicht, ob er ausgebildeter/studierter Fotograf ist. Wenn ein Hobbyfotograf (jemand der weder die Ausbildung/Studium zum Fotografen hat noch gewerblich als Solcher tätig ist) ehrlich ist und mit dem Model unter Festlegung aller Bild- und Nutzungsrechte arbeitet, ohne die Würde oder den Willen des Models zu verletzen, ist seine Arbeit serös. Von daher hat Unseriosität viel mit Ehrlichkeit, Fairness und Transparenz der Arbeit zu tun.

Mein Haupttipp bleibt: Gerade Akt-, Teilakt-, Bikini- und Dessous-Bilder solltet ihr bei ausgebildeten/studierten Fotografen machen lassen. NIEMALS bei Hobbyfotografen. Es sei denn, ihr kennt diese persönlich.