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Seit einer halben Ewigkeit fotografiere ich. Ich sehe mich als einen klassischen Schwarzweiß-Fotografen an, der sich noch die Mühe macht Filme einzulegen und die Bilder im Labor zu bearbeiten. Die Arbeit ist natürlich deutlich mühsamer, aber die Ergebnisse sind entsprechend wertvoller und einmaliger.
In diesem klassischen Bereich arbeitet man einfach bedachter.

Ansonsten bin ich auch Trainer/Ausbilder für Modele und Fotografen.

Was die fotografische Richtung anbetrifft, bin ich vom Hause her ein Akt-Fotograf. Jedoch macht Akt nicht immer Sinn; dann weiche ich von dieser Devise ab.

Meine Arbeitsweise dürfte den meisten etwas umständlich erscheinen. Ich bereite jedes Shooting gut vor. Dazu gehören auch Skizzen und Zeichnungen. Mein eigener Ausbilder brachte mir bei, dass man sich als Fotograf auf keinen Fall hinter Begriffe wie Spontanität verstecken darf. Viele haben einfach keine Ideen und Vorstellungen und spielen dann den Spontanen.

Nun möchte ich ein paar Worte noch über die Akt-Fotografie verlieren:

Vom Wesen der Akt-Fotografie und ihrer Verbundenheit mit der Schwarzweiß-Fotografie

Viel ließe sich sagen und doch sind es wenige Charakteristika, welche die Akt-Fotografie formen und sie über das dünne Seil der „reinen Beherrschung der Technik“ durch das bunte Tal der „Jagd nach dem Moment des Gefallens“ bis hin zu der Geburtsstätte der Kunst führen.

Viele Fotografen und Bildermacher vergessen, warum auf die Kleidung verzichtet wird: Ohne ihre Kleider und sonstigen Statussymbole ist der König vom Bettler nicht zu unterscheiden.

Wem diese Aussage zu eindimensional und versimplifiziert vorkommt, hat möglicherweise vergessen, dass alle Künste Formen der Vereinfachung darstellen. Die Stilmittel, Verfahren und Materialien mögen variieren, aber letztlich sucht der Künstler dadurch nur eine Möglichkeit für die Expression der eigenen Gefühle, Gedanken, Themen und Vorstellungen.

Wer die Akt-Fotografie mit erotische Fotografie gleichsetzt, ist dabei entweder ein Teenager und pubertierend oder hat sich noch nie bewusst mit der Thematik der Erotik beschäftigt. Erotik liegt im Auge des Betrachters und lässt sich nur bedingt beeinflussen. Während manche Menschen eine Frau in einer Militäruniform erotisch finden, fühlen sich andere von derselben Person abgestoßen. Es gibt Menschen, die sich von Füßen angezogen fühlen und andere stehen auf Gummistiefel. In Europa wird das Portrait einer Frau mit Kopftuch, bei der man leicht die Haare sehen kann, höchstens als interessant oder je nach Aussehen des Models besonders attraktiv bezeichnet werden. Das gleiche Bild wird in einer sehr religiösen Umgebung aufgrund der starken Reglementierungen der Gesellschaft eine besonders erotische Wirkung zeigen können. Gerade dieses Beispiel sollte zeigen, dass Erotik entweder als Kompliment des Betrachters oder auch Nebenprodukt der visuellen Wahrnehmung mancher Menschen aufgefasst werden sollte.

Akt reduziert alle Ablenkungen auf ein Minimum. Er stellt die Umarmung, ja die Schnittstelle, treffender gesagt, die tiefe Verbundenheit mit der Schwarzweiß-Fotografie dar.

Die Schwarzweiß-Fotografie reduziert das Bild im Optimal-Fall auf das Wesentliche und befreit und führt sowohl den Blick als auch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den intentionalen Kern des Bildes. Diesbezüglich verhält sie sich zu der Akt-Fotografie komplementär. Beide verzichten auf Nebensächlichkeiten, um das Ergebnis zu bereichern. Die Akt-Fotografie kann jedoch manchmal aus Gründen der Würde des Models, Gefährdung von Beteiligten oder einfach situativer oder motivaler Unpassenheit keinen Sinn machen und sich von daher der Kleidung z.B. als Hilfsmittel bedienen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Schwarzweiß-Fotografie das Bild von der trügerischen Wirkung und Gewichtung der Farben befreit. In Graustufen gehüllt, kann das Objekt partiell und doch ganzheitlich sich dem Licht oder Dunkel zuwenden, unterwerfen, sie umarmen und als Vision des Künstlers manifestieren.

Wie man sieht, reduzieren beide, die Schwarzweiß-Fotografie und die Akt-Fotografie, das Motiv an sich, aber auch in seinem situativen und konzeptionellen Umfeld und Kontext. Durch die Reduktion befreien sie das Motiv von vielen Zwängen und Vorurteilen. Sie befreien aber auch den Fotografen von einer nicht erkannten Überforderungen durch die Farb- und Strukturvielfalt, von einer Scheinwelt, die mehr durch das Umfeld, Farbe und Ambiente als durch das Motiv selbst geprägt ist.

Ob nun alles schön, erotisch, abstoßend, provokativ oder wie auch immer empfunden wird, sollte von daher nicht die primäre Aufgabe des Fotografen sein und seinen Hauptaugenmerk darstellen. All das sollte möglichst den Intentionen des Fotografen untergeordnet werden.

Über diese Seite

Diese Seite wäre ohne Herr Schmitz von der Agentur Concitus nicht entstanden. Ich hatte eine etwas verrückte Idee und Konzept, die ich auf 13 Seiten in Text- und Skizzenform sehr detailliert und konkret ihm zukommen ließ. Ich wollte kein Flash verwenden, damit ich selbst die Seite betreuen konnte. Gleichzeitig sollte die Seite selbst nicht überladen sein und es sollte die erste Internetseite ohne Navigationsleiste werden! Mein Design und Konzept beinhaltete viel mehr, dass die Seite mit jedem Klick in metamorpherweise den Besucher mit sich führen sollte. Ich wollte also Bewegung, aber kein Schnick-Schnack oder Geblinke und vor allem kein Flash. Ideen und Konzepte brauchen, aber einer Person, die diese auch mit sehr viel Zeitaufwand umsetzt. Das Resultat liegt vor und wenngleich diese Form nicht jedem gefallen muss, ist diese Design, meiner Ansicht nach einie optimale Form, um meine Arbeitsweise zu widerspiegeln. Was die Programmierung anbetrifft, ist sie bestens gelungen. Chapeau Herr Schmitz.